Bayerische Rhön

Drei Länder haben Anteil an der Rhön, die sich vom hessischen Vacha im Norden bis zum fränkischen Hammelburg im Süden, von Fulda im Westen bis zumDrachenflieger in der Rhön - pixelio.de thüringischen Meiningen im Osten erstreckt. Vor Millionen Jahren schleuderten dort, wo sich heute imposante Berge in die Höhe erheben, Vulkane Feuer und Asche in den Himmel. An vielen Berghängen zeugen mächtige Schutthalden und riesige Porphyr- oder Basaltbrocken von den Urgewalten, denen die Rhön ihre Entstehung verdankt. Ruhe, Erholung und eine  einzigartige Tier- und Pflanzenwelt, das alles findet man in der Rhön.

Der Naturpark Bayerische Rhön nimmt den südlichen Teil dieses Mittelgebirges im Herzen Deutschlands ein. Ganz im Norden, an der Grenze zu Hessen, liegt der Kreuzberg, der Heilige Berg der Franken. Vermutlich schon in vorchristlicher Zeit ein heiliger Ort, wurde er im 15. Jahrhundert zunehmend zu einem Pilgerziel. Trotz Bauernkrieg und Reformation entwickelte sich der Aschberg, wie er damals noch genannt wurde, im Laufe des 16. Jahrhunderts zu einem viel besuchten Wallfahrtsort. So ließ
Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn im Jahre 1582 drei steinerne Kreuze auf dem Gipfel des Berges errichten. Bald wurde der Strom der Pilger wurde so groß, dass man mit dem Bau eines Franziskanerklosters auf dem Kreuzberg begann. Seine Brüder sollten sich der Versorgung der Wallfahrer widmen. Dieses Kloster besteht bis heute und bietet Pilgern und Wanderern Unterkunft und Fürsorge. Zehntausende Besucher machen sich jährlich auf den Weg, den Kreuzberg zu erklimmen. Einige von ihnen kommen nicht zuletzt des guten Bieres wegen, das die Mönche hier oben seit 1731 brauen.

An der Fränkischen Saale erwartet das Sole- und Moorbad Bad Neustadt seine Gäste. Die hiesigen Salzquellen wurden schon von römischen Autoren im ersten Jahrhundert erwähnt. Die östlich von Bad Neustadt gelegene Salzburg ist die größte Ganerbenburg der Rhön. Ursprünglich war sie Teil des Königsgutes Salz, das auch eine Pfalz in Bad Neustadt mit einschloss. Nach einer wechselvollen Geschichte wurde sie 1159 als Ganerbenburg genannt, das heisst, als Burg mit mehreren Herren.

Das alte Mellrichstadt, dessen erste Kirche schon 741 erwähnt wurde, lockt mit einer Vielzahl gut erhaltener Bauten aus seiner mehr als tausendjährigen Geschichte. Besonders sehenswert sind die gotische Pfarrkirche, die Stadtmauer mit ihren Wehrtürmen und das Schloss zu Mellrichstadt. Die Heimatstube befindet sich in dem 300 Jahre alten Salzhaus.

Weiter im Süden lockt das weltbekannte Staatsbad Bad Kissingen mit seinen heilenden Wassern. Viele berühmte und mächtige Persönlichkeiten waren hier schon zu Gast, um inmitten bewaldeter Höhenzüge und herrlicher Berge Erholung zu finden und in der aufwendig gestalteten Wandelhalle zu flanieren. Bis in unsere Tage hat sich Bad Kissingen den mondänen Charme seiner glanzvollen Vergangenheit erhalten, von der neben den Kuranlagen auch der Regentenbau zeugt. In der Innenstadt findet man liebevoll erhaltene Fachwerk- und Bürgerhäuser mit zum Teil prachtvollen Fassaden. An manchen Tagen sind die engen Straßen und Gassen allerdings fast zu eng für all die Menschen, die dem Ruf des Städtchens gefolgt sind.
Ein Geheimtipp ist die hoch über Bad Kissingen gelegene Burg Botenlaube, die seit dem 12. Jahrhundert im Besitz derer von Henneberg war. Der fromme Graf Otto I. von Bodenlauben, ein bekannter Minnesänger seiner Zeit, verkaufte die Burg schließlich an das Hochstift Würzburg und gründete 1231 mit dem Erlös das Kloster Frauenroth.

An der Fränkischen Saale, ganz im Süden der Bayerischen Rhön, liegt das Städtchen Hammelburg, dessen Name sich 716 erstmals in den Urkunden findet. Schon 777 wurde hier Wein angebaut, und so gilt Hammelburg als ältester Weinort Frankens. Neben einem Besuch der historischen Altstadt lohnt ein Abstecher zum nahegelegenen Schloss Saaleck, dessen Bergfried noch aus dem 12. Jahrhundert stammt. Die Stadtbefestigung mit ihren wehrhaften Türmen ist ebenso sehenswert wie das Rathaus, der prächtige Renaissancebrunnen und die zahlreichen schmucken Fachwerkhäuser der Altstadt.

Das Bayerische Staatsbad und Städtische Heilbad Bad Brückenau liegt im Westen der Bayerischen Rhön. Sehenswert sind hier verschiedene Bauten König Ludwig I. und der Fürstbischöfe von Fulda. Unweit der Stadt befindet sich das im 12. Jahrhundert
gegründete Kloster Volkenrath, dessen heutige Kirche in barocker Pracht einherkommt. Die Ruine Schwarzenfels auf dem Hopfenberg ist ein lohnendes Wanderziel, das den Glanz alter Zeiten wiederaufleben lässt. Nördlich der Riedenburg schließlich finden sich mit den Langen Steinen und den Großen Steinen zwei beeindruckende Naturdenkmäler.